Circle of Life

Was hat ein Müllbeutel in Deutschland mit einer Milchtüte in Indien zu tun? Mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Denn beides kann Teil desselben Kreislaufs sein. Das zeigt die Reise eines Kunststoffs – von der Mülltrennung über Recycling und Produktion bis hin zu einem neuen Leben als Müllbeutel der Marken Swirl® und handy bag®.

Wer denkt schon darüber nach, woher ein Müllbeutel kommt? Meist verschwindet er hinter seiner Funktion: Er sammelt, transportiert und entsorgt. Doch bei den Müllbeuteln von Swirl® und handy bag®, zwei Marken der Unternehmensgruppe, steckt weit mehr dahinter. Sie werden mit 100 Prozent recyceltem Plastik hergestellt (ausgenommen Verschluss, Farb- und Zusatzstoffe) und zeigen, wie aus Abfall wieder ein wertvoller Rohstoff wird – und wie Kreislaufwirtschaft im Alltag funktionieren kann.

Station 1

Mülltrennung

Plastikprodukte sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken, denn sie sind vielseitig einsetzbar, langlebig und hygienisch. Zur Herausforderung werden sie vor allem dann, wenn sie nach der Nutzung nicht im Kreislauf gehalten werden.

Landen Verpackungen im Restmüll, werden sie meist verbrannt, sodass lediglich ihr Heizwert genutzt wird. Korrekt gesammelt, können sie in Sortieranlagen erfasst und recycelt werden – inklusive des Müllbeutels. Dadurch kann die Lebensdauer des Kunststoffes verlängert werden.

Die Mülltrennung ist eine Grundlage jeder funktionierenden Kreislaufwirtschaft – auch wenn sich der Mythos hartnäckig hält, am Ende werde ohnehin alles zusammengeworfen. Damit Kunststoffe nach der Sammlung hochwertig recycelt werden können, müssen Unternehmen Produkte und Verpackungen von Anfang an so gestalten, dass sie sich in unterschiedlichen Sammel- und Recyclingsystemen effizient sortieren und verwerten lassen. Nur wenn Industrie, Entsorgungswirtschaft und Verbraucherinnen und Verbraucher gemeinsam ihren Beitrag leisten, können mehr Kunststoffe recycelt und wertvolle Rohstoffe im Kreislauf gehalten werden.

Richtig recyclen

  • Plastik nicht in den Restmüll – sonst gehen wertvolle Rohstoffe für das Recycling verloren
  • Restmüll raus aus der Wertstofftonne – Fehlwürfe erschweren die Verwertung von Kunststoffen
  • Lokale Regeln beachten – Entsorgungssysteme unterscheiden sich je nach Region
  • Den richtigen Müllbeutel verwenden – helle und transparente Beutel eignen sich in der Regel für Verpackungsabfälle
Zwei weiße Müllbeutel mit Aufdruck stehen neben Abfalleimern, während Hände den rechten Beutel zuknoten.
Zwei weiße Müllbeutel mit Aufdruck stehen neben Abfalleimern, während Hände den rechten Beutel zuknoten.

Station 2

Recycling in Europa

Von der Abfalltonne gelangen die gefüllten Müllbeutel über Müllsammelfahrzeuge in Sortieranlagen. Dort werden sie zunächst von Hand oder mit Maschinen nach Materialarten getrennt und von groben Fremdstoffen befreit. Moderne Anlagen setzen zusätzlich Kameras sowie Infrarottechnik ein, um unterschiedliche Kunststoffe zuverlässig zu erkennen. Je sorgfältiger die Sortierung und Reinigung, desto gleichmäßiger und hochwertiger ist später das Endmaterial.

Im nächsten Schritt wird das Material zerkleinert, gewaschen und getrocknet, sodass Schmutz und Rückstände entfernt werden. Danach gelangt es in sogenannte Extruder, Anlagen, in denen der Kunststoff erhitzt, geschmolzen und unter Druck neu geformt wird. Die flüssige Kunststoffmasse wird anschließend durch feine Öffnungen gepresst und zu Granulat geformt, das als Rohstoff für neue Produkte dient.

Hand mit gelbem Arbeitshandschuh sortiert bedruckte Kunststoffverpackungen in einem Haufen aus gemischtem Plastikmüll.
Zwei Hände halten dunkelblaues Kunststoffgranulat, während einzelne Körner zwischen den Fingern nach unten fallen.

Station 3

Fair Recycled Plastic

Recycling ist weltweit unterschiedlich organisiert und geprägt von den jeweiligen infrastrukturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Das zeigt ein Blick nach Bangalore in Indien. In der Millionenmetropole fallen täglich Tausende Tonnen Abfall an. Vieles davon landet auf Straßen, auf illegalen Deponien oder in der Natur. Eine wichtige Rolle spielen deshalb die sogenannten Waste Picker. Sie sammeln wiederverwertbare Materialien und bringen Rohstoffe zurück in den Kreislauf.

Hier setzt Fair Recycled Plastic an – ein Social Business, das die Melitta Gruppe gemeinsam mit der Yunus Social Business Fund GmbH gegründet hat. Ziel ist es, Kunststoffabfälle zu verwerten, Umweltverschmutzung zu reduzieren und gleichzeitig die Lebensbedingungen für rund 2.000 Waste Picker und ihre Familien zu verbessern.

Im indischen Recyclingwerk werden vor allem gebrauchte Milchtüten aus LDPE (Low Density Polyethylene) recycelt. Gemeint sind nicht die in Deutschland üblichen Getränkekartons, sondern Kunststoffbeutel, wie sie in vielen Ländern außerhalb Europas für Milch verwendet werden. Der Kunststoff ist reißfest und flexibel – ideal für die Herstellung von Müllbeuteln.

Portrait Ashutosh Singh

Ich freue mich sehr dazu beizutragen, ein sehr ernstes Problem zu lösen: die Umweltverschmutzung durch Kunststoffabfälle. Durch meine Ausbildung kenne ich die Vielseitigkeit von Kunststoffen. Deshalb wollte ich Teil eines grundlegenden Wandels in der Produktion von Kunststoffprodukten sein. Denn: Nicht das Plastik selbst ist das Problem, sondern die Art, wie wir damit umgehen.

Ashutosh Singh, Country Manager für die Aktivitäten von Fair Recycled Plastic in Indien

Wie viel LDPE-Kunstsoff wird dank des Recyclingwerks in Indien in den Kreislauf zurückgeführt?

Station 4

Produktion

Schließlich findet das Granulat aus Europa und Indien seinen Weg in das Cofresco Werk in Polen. Seit 2025 läuft die Produktion überwiegend mit Grünstrom (2025: 18 Mio. kWh Grünstrom, 4 Mio. kWh konventioneller Strom). Jede Produktlinie bekommt ihre eigene, exakt abgestimmte Materialmischung – so auch der klassische Swirl® Zugband-Müllbeutel. Dieser besteht aus einer Kombination von in Indien gewonnenem sowie europäischem Recyclingmaterial, wobei die Anteile je nach Materialverfügbarkeit leicht variieren können.

Aus dem Kunststoffgranulat werden Folien, aus den Folien neue Müllbeutel. Hinter diesem Prozess steckt jahrzehntelanges MaterialKnow-how: Während die Forschung und Entwicklung am Hauptsitz der Melitta Gruppe in Minden kontinuierlich an neuen Rezepturen und höherer Materialeffizienz arbeitet, testen Engineering Teams in Polen die Formulierungen direkt auf den Produktionsanlagen.

Reihe hoher silberner Industriesilos mit Geländern und Leitern vor einem hellblauen Himmel mit weißen Wolken.
Industrieanlage formt eine transparente Kunststofffolie durch einen blauen Extrusionskopf in einer erleuchteten Werkshalle.
Große Rolle dunkelgrauer Kunststofffolie ist auf einer Metallachse in einer industriellen Produktionsmaschine eingespannt.
Portrait Tomasz Rapicki

Ich bin stolz, zum Erfolg von Fair Recycled Plastic beizutragen und bin überzeugt, dass das unsere Zukunft ist: Mit jedem Granulat, das wir in die Produktion integrieren, leisten wir einen Beitrag zum Umweltschutz und verbessern die Lebensbedingungen der Menschen in Indien. Das entspricht den Werten von Cofresco und meinen persönlichen Überzeugungen.

Tomasz Rapicki, Qualitätsmanager bei Cofresco in Polen

Station 5

Wiederverwendung

Am Ende landet der Müllbeutel wieder dort, wo seine Geschichte für die meisten Menschen beginnt: im Haushalt oder am Arbeitsplatz. Dort sammelt er Verpackungen, Abfälle und Dinge, die nicht mehr gebraucht werden. So wird er selbst Teil eines Kreislaufs, der immer wieder von vorn beginnt.

Dabei besteht jeder einzelne Müllbeutel – mit Ausnahme von Zugband, Farbstoffen und Additiven – aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff. Das reduziert den Bedarf an neuen Kunststoffen aus fossilen Rohstoffen. Zugleich ist der Müllbeutel reißfest, hält dicht und funktioniert zuverlässig. Das zeigt, dass nachhaltige Prozesse und hohe Qualität kein Widerspruch sein müssen – ein Verständnis, das die Melitta Gruppe in alle Bereiche überträgt.

01

Doppio

Zwei Menschen, zwei Perspektiven, ein Anspruch: Katja Möller und Jero Bentz sprechen im Doppelinterview über ihre Pläne für die Melitta Gruppe.

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02

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Wer sorgt eigentlich dafür, dass ein Familientag reibungslos läuft? Begleite Linda, Tom und Ida durch ihren Tag und lerne echte Alltagshelden kennen.

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03

Kaffee Kosmos

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Vier Expertinnen und Experten geben Einblick in ihr Handwerk – von der Rohkaffee-Auswahl bis zur Röstkunst.

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