Strategie

Wandel gestalten

Die Melitta Gruppe hat ihre Märkte in den Geschäftsfeldern Kaffee, Kaffeezubereitung und Haushaltsprodukte über viele Jahrzehnte immer wieder geprägt – mit herausragenden Innovationen, starken Marken und wegweisenden Qualitätsstandards. Diesen Anspruch verfolgt sie auch mit Blick auf Nachhaltigkeit: In den für sie relevanten Bereichen will sie den Wandel aktiv vorantreiben und mitgestalten.

Nachhaltigkeit ist seit vielen Jahren als einer von sieben Kernwerten fest im Wertekanon des Familienunternehmens verankert. Die Melitta Gruppe hat sich daher bereits sehr früh zu den internationalen, nachhaltigkeitsrelevanten Standards und Abkommen bekannt und tritt mit Nachdruck für deren Umsetzung ein. Sowohl auf Gruppenebene als auch in den einzelnen Unternehmensbereichen werden Nachhaltigkeitsanforderungen systematisch in den Strategien und Entscheidungen berücksichtigt.

Große Bedeutung misst die Melitta Gruppe dem Austausch und der Kooperation entlang der Wertschöpfungsketten bei. Denn umfassende Veränderungen lassen sich nur erreichen, wenn möglichst viele Beteiligte gemeinsam handeln.

Vier Wertschöpfungsbereiche im Fokus

Die Melitta Gruppe ist insbesondere in vier Wertschöpfungsbereichen tätig. Jeder dieser Bereiche ist von eigenen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt.

Kaffee

Im Wertschöpfungsbereich Kaffee bezieht die Melitta Gruppe Rohkaffee aus nahezu allen Anbaugebieten der Welt und verarbeitet ihn in eigenen Röstereien in Europa, Nord- und Südamerika weiter.

Gerade im Kaffeeanbau und bei der Ernte bestehen dabei vielfältige nachhaltigkeitsrelevante Herausforderungen:

  • Klimawandel: Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, Verfügbarkeit von Anbauflächen
  • Biodiversität: Einsatz von Düngemitteln, Monokulturen, Entwaldung, Resilienz der Pflanzen und landwirtschaftlichen Systeme
  • Kreislaufwirtschaft: Recyclingfähigkeit von Verpackungen
  • Soziales: Menschenrechte und Arbeitsbedingungen in der Lieferkette

Um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen, orientiert sich die Melitta Gruppe an folgendem Zukunftsbild und trägt mit zahlreichen Projekten und Maßnahmen zu seiner Umsetzung bei: Der Rohkaffee stammt aus einem Anbau, von dem alle Beteiligten vor Ort dauerhaft gut leben können und der die ökologischen Systeme erhält oder regeneriert. Verarbeitung, Transport und Röstung erfolgen möglichst klima- und wasserschonend. Verpackungen sind recycelbar und – wo möglich – mehrfach nutzbar oder aus Rezyklaten hergestellt. Die Zubereitung erfolgt energiesparend, und der Kaffeesatz wird einer sinnvollen Weiterverwertung zugeführt.

Um dieses Zukunftsbild zu verwirklichen, wirkt die Melitta Gruppe gemeinsam mit anderen Akteuren auf Branchenstandards entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein. Zugleich entwickelt sie ihre eigenen Ziele, Strukturen und Prozesse weiter, um nachhaltiges Handeln in ihrem Kaffeegeschäft zu fördern und sicherzustellen – von der Beschaffung über Produktion, Transport und Verpackung bis hin zu Vermarktung und Verwertung.

CSRD: Chance statt Pflicht

Die Einführung der CSRD versteht die Melitta Gruppe als Chance, ihre Nachhaltigkeitsstrategie noch systematischer und wirkungsvoller auszurichten. Ziel ist es, die neuen Berichtsanforderungen nicht nur zu erfüllen, sondern Nachhaltigkeitsaspekte noch umfassender in der Unternehmenssteuerung zu verankern. An dem 2024 gestarteten Projekt sind daher zahlreiche Bereiche der Unternehmensgruppe involviert.

Dieser Anspruch prägt auch die nächsten Projektschritte: Nach Abschluss der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse werden im zweiten Halbjahr 2026 die Ziele entsprechend der neuen Struktur der CSRD überarbeitet. Darauf aufbauend werden die Maßnahmenpläne erarbeitet bzw. weiterentwickelt. Gleichzeitig werden Governance-Strukturen und das Nachhaltigkeits-Datenmanagement kontinuierlich weiterentwickelt. Ziel sind klare Verantwortlichkeiten, belastbare Entscheidungsgrundlagen und eine noch wirksamere Steuerung der Nachhaltigkeitsleistungen.

Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie

Im Geschäftsjahr 2025 hat die Melitta Gruppe ihre Nachhaltigkeitsstrategie wesentlich weiterentwickelt, um den Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) besser entsprechen zu können. Dadurch haben sich die Darstellung und die Inhalte der Melitta Nachhaltigkeitsstrategie zum Teil deutlich verändert. Außerdem werden derzeit die Ziele für die als wesentlich identifizierten Themen überarbeitet.

Eine zentrale Rolle spielte dabei die Wesentlichkeitsanalyse nach dem Prinzip der doppelten Wesentlichkeit. Dazu führte die Melitta Gruppe 2024 und 2025 eine zweistufige Stakeholder-Befragung durch: eine breit angelegte Online-Befragung über alle relevanten Anspruchsgruppen hinweg sowie ergänzende persönliche Gespräche mit ausgewählten Stakeholdern.

Auf der Basis dieser Stakeholder-Befragung wurde ermittelt, welche Nachhaltigkeitsthemen aus Sicht der Betroffenen und des Unternehmens so relevant sind, dass sie gesteuert, berichtet und strategisch adressiert werden müssen. Die Ergebnisse dieses Prozesses zeigt die folgende Grafik auf.

Langfristig denken.

Infografik mit der Überschrift „Unsere Wertschöpfungsbereiche“. Oben stehen die Bereiche „Kaffee“, „Kunststoff“, „Zellstoff“ und „Elektrogeräte“. Darunter: „Ökologie“ mit den Themen „Klimawandel“, „Wasser“, „Biodiversität“ und „Kreislaufwirtschaft“ sowie „Gesellschaft“ mit „Eigene Belegschaft“, „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ und „Kunden und Endverbraucher“. Unten steht „Verantwortungsvolle Unternehmensführung“.
Infografik mit der Überschrift „Unsere Wertschöpfungsbereiche“. Oben stehen die Bereiche „Kaffee“, „Kunststoff“, „Zellstoff“ und „Elektrogeräte“. Darunter: „Ökologie“ mit den Themen „Klimawandel“, „Wasser“, „Biodiversität“ und „Kreislaufwirtschaft“ sowie „Gesellschaft“ mit „Eigene Belegschaft“, „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ und „Kunden und Endverbraucher“. Unten steht „Verantwortungsvolle Unternehmensführung“.

Nachhaltig handeln.

Stakeholder-Befragung: im Dialog zur Wesentlichkeit

Welche Nachhaltigkeitsthemen sind für Kundinnen und Kunden, Lieferanten und Banken, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und andere Stakeholder der Melitta Gruppe besonders wichtig? Welche Erwartungen stellen sie an die Unternehmensgruppe? Und welche Chancen und Risiken ergeben sich daraus für ihre zukünftige Entwicklung?

Um diese Fragen zu klären, hat die Melitta Gruppe in den Jahren 2024 und 2025 eine umfassende Stakeholder-Befragung nach den Vorgaben der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) umgesetzt. Die Stakeholder-Befragung ist ein zentrales Element der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse. Sie entscheidet darüber, welche Nachhaltigkeitsthemen künftig im Mittelpunkt der Nachhaltigkeitsberichterstattung stehen, und liefert zugleich wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie.

Das umfassende Projekt, in dem zahlreiche Unternehmens- und Zentralbereiche eingebunden waren, folgte einem sechsstufigen Prozess, der von der Identifikation der relevanten Stakeholder-Gruppen bis zur Validierung der Ergebnisse reichte. Insgesamt wurden 245 Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Stakeholder-Gruppen – darunter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Gesellschafter, Geschäftskunden, Lieferanten, Banken und Versicherungen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Medien, Nichtregierungsund Verbraucherorganisationen sowie Verbänden einbezogen.

Die Befragung erfolgte über Onlinefragebögen und vertiefende Interviews. Inhalte und Aufbau orientierten sich an den Anforderungen der CSRD und der European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Parallel dazu lieferten die Unternehmensbereiche eine umfassende Bestandsaufnahme insbesondere zu umweltbezogenen Themen, da diese überwiegend dezentral verantwortet werden. Um ein gemeinsames Verständnis sicherzustellen, wurden zudem regulatorische Anforderungen, wissenschaftliche Erkenntnisse, Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie bereits vorliegende Nachhaltigkeitsdaten in Basisdokumentenzusammengeführt und allen Beteiligten zur Verfügung gestellt.

In der nächsten Projektphase bewerteten die Unternehmensbereiche die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities – IRO) der identifizierten relevanten Themen. Abschließend wurden die Ergebnisse zu einer gruppenweiten Bewertung zusammengeführt, konsolidiert, validiert und freigegeben. Insgesamt wurden im Rahmen des Projekts dabei mehr als 150 Nachhaltigkeitsthemen untersucht.

Die Ergebnisse der Stakeholder-Befragung flossen in die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse ein. Diese bildet die Grundlage für die künftige Nachhaltigkeitsberichterstattung der Melitta Gruppe nach den ESRS und liefert zugleich wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung ihres Nachhaltigkeitsmanagements.

Das Projekt zeigte deutlich: Die Anforderungen der CSRD lassen sich nur im engen Schulterschluss unterschiedlicher Fachkompetenzen erfolgreich umsetzen. Gleichzeitig eröffnet dieser bereichsübergreifende Austausch die Chance, nachhaltiges Wirtschaften noch stärker in den Wertschöpfungsprozessen zu verankern und die Geschäftsmodelle frühzeitig an zukünftige Anforderungen anzupassen.

Kreislauf der „Doppelten Wesentlichkeitsanalyse“. Die sechs Schritte: 1. „Identifikation der Key-Stakeholder“; 2. „Onlinebefragung (und Interviews) sowie Umweltfaktenermittlung“; 3. „Erstellung Basisdokumente“; 4. „Bewertung der IRO durch die Unternehmensbereiche (alle Themen)“; 5. „Bewertung und Konsolidierung auf Gruppenebene“; 6. „Freigabe“.
Kreislauf der „Doppelten Wesentlichkeitsanalyse“. Die sechs Schritte: 1. „Identifikation der Key-Stakeholder“; 2. „Onlinebefragung (und Interviews) sowie Umweltfaktenermittlung“; 3. „Erstellung Basisdokumente“; 4. „Bewertung der IRO durch die Unternehmensbereiche (alle Themen)“; 5. „Bewertung und Konsolidierung auf Gruppenebene“; 6. „Freigabe“.
  1. Identifikation der Key-Stakeholder
  2. Online-Befragung (und Interviews) sowie Umweltfaktenermittlung
  3. Erstellung Basisdokumente
  4. Bewertung der IRO durch die Unternehmensbereiche (alle Themen)
  5. Bewertung und Konsolidierung auf Gruppenebene
  6. Freigabe
  • > 150
    Nachhaltigkeits­themen analysiert
  • 245
    Stakeholder befragt
  • 2024/25
    Projektlaufzeit

Klar definierte Verantwortlichkeiten

Für die Steuerung und Koordination der Nachhaltigkeitsaktivitäten auf Gruppenebene ist der Zentralbereich Kommunikation und Nachhaltigkeit verantwortlich. Er entwickelt – in enger Abstimmung mit den Unternehmens- und Zentralbereichen – die übergeordneten Ziele, Strategien, Roadmaps und Kennzahlen. Darüber hinaus bündelt und analysiert er die gruppenweiten Nachhaltigkeitsdaten und verantwortet die Nachhaltigkeitsberichterstattung der Melitta Gruppe.

Für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsaktivitäten in den Unternehmensbereichen sind diese selbst zuständig. In jedem Unternehmensbereich ist ein Sustainability Supervisor benannt, der das für die jeweiligen Herausforderungen erforderliche Fachwissen mitbringt. Er treibt die Maßnahmen voran, koordiniert und steuert sie und sorgt für einen reibungslosen Austausch von Daten und Informationen.

Im kontinuierlichen Dialog

Die Melitta Gruppe steht mit einer Vielzahl von Anspruchsgruppen (Stakeholder) im Austausch, um über ihre Erwartungen und Anforderungen informiert zu sein und sie über Ereignisse und Entwicklungen bei der Melitta Gruppe zu unterrichten. Dazu zählen Geschäftskunden, Verbraucherinnen und Verbraucher, Mitarbeitende, Lieferanten und Kapitalgeber ebenso wie Medien, Wissenschaft, Verbraucherorganisationen, Gewerkschaften, Politik, Nichtregierungsorganisationen und weitere Vertreter der Zivilgesellschaft.

Der Dialog erfolgt über unterschiedliche Formate und Kanäle – von persönlichen Gesprächen, Befragungen, Veranstaltungen und Messen bis hin zu Website, Intranet, Social Media, Newslettern und Publikationen. Darüber hinaus bringt sich die Melitta Gruppe in den Nachhaltigkeitsausschüssen verschiedener Initiativen, Kooperationen und Verbänden ein, z. B. Consumer Goods Forum, BAUM e. V. FSC® International, Deutscher Kaffeeverband, Zentralverband der Elektroindustrie und Markenverband e. V.