Kaffee ist eines der wichtigsten Handelsgüter der Welt – und hinter jeder Bohne steckt eine Geschichte voller Wissen, Leidenschaft und Können. Vier Kaffeeexpertinnen und -experten geben Einblicke in ihren Kosmos: von der Auswahl des Rohkaffees über Nachhaltigkeit bis hin zu Spezialitätenkaffees und handwerklicher Röstkunst. Eine Reise durch die Welt des Kaffees – und zu den Menschen, die sie mitgestalten.
Anas Gespür für besondere Kaffees
Jeder besondere Kaffee beginnt mit einer Idee. Eine der Ersten, die an neuen Ideen für Spezialitätenkaffees arbeitet, ist Ana Dießenbacher. Als Marketing Managerin Specialty Coffee entwickelt sie Manufaktur-Kaffees, die begeistern und zum Entdecken einladen sollen.
Am Anfang eines neuen Manufaktur-Kaffees steht die Frage: Was wünschen sich Kaffeeliebhaberinnen und -liebhaber? Gemeinsam mit Fachleuten aus verschiedenen Bereichen begleitet Ana den gesamten Entwicklungsprozess: Zunächst probiert sie zusammen mit dem Rohkaffeemanagement und dem Team der Melitta® Manufaktur unterschiedliche Kaffees. Zusammen legen sie fest, welche Herkunft, Röstung und Geschmacksprofile am besten zur Idee des neuen Kaffees passen. Anschließend stimmt sie das Konzept mit Vertrieb, Kommunikation und Trade Marketing ab. „Letztendlich entscheiden wir gemeinsam, was funktionieren würde“, sagt sie.
Die Melitta® Manufaktur ist für Ana mehr als eine Rösterei: Sie zeigt im Kleinen, welche Kaffeeexpertise im gesamten Unternehmen steckt. Gleichzeitig schafft sie eine besondere Differenzierung im Markt. „Wir sind der erste Großröster, der auch Manufakturkaffees anbietet. Das macht uns einzigartig“, erklärt sie. Die Auszeichnung der Melitta® Manufaktur als „Röster des Jahres 2026“ bestätigt, was Ana und dem Team besonders wichtig ist: die Leidenschaft und Kompetenz hinter den Spezialitätenkaffees sichtbar zu machen.
Von der Idee zum Konzept: Wie könnte der neue Spezialitätenkaffee aussehen?
Farbe, Gestaltung, Wirkung: Die Verpackung erzählt, welche Idee und welcher Charakter hinter dem Kaffee stecken.
Wir sind der erste Großröster, der auch Manufakturkaffees anbietet. Das macht uns einzigartig.
Ana Dießenbacher, Marketing Managerin Specialty Coffee bei Melitta Europa Kaffee
Jörg und die Reise der Kaffeebohne
Bevor man einen Kaffee genießen kann, hat er schon eine lange Reise hinter sich. Jörg Lehmann kennt alle Stationen bis ins Detail: Seit fast 35 Jahren begleitet er für Melitta die Bohne von der Herkunft bis zum fertigen Produkt – heute als Leiter für Rohkaffeemanagement und Rohkaffeelogistik. Seine Arbeit ist international. „Kaffee wächst im Kaffeegürtel“, erzählt er. „Ich bin gedanklich immer in der Welt unterwegs.“
Die Reise des Kaffees beginnt bei den Bäuerinnen und Bauern. Schon beim Anbau werden wichtige Qualitätsgrundlagen gelegt. Jörg und sein Team wählen passende Qualitäten aus, beobachten Märkte und Börsen und bestimmen den richtigen Zeitpunkt für den Einkauf. Über Kooperativen, Exporteure, Handelshäuser und Reedereien gelangt der Kaffee nach Europa.
Jede Herkunft, jede Ernte und jede Rezeptur bringt neue Nuancen. Genau das macht Kaffee so spannend.
Jörg Lehmann, Leiter Rohkaffeeeinkauf und Rohkaffeelogistik bei Melitta Europa Kaffee
Rohkaffee im Blick: Schon vor der Röstung zeigt sich, welche Qualität in der Bohne steckt.
Ein wichtiger Teil seiner Arbeit ist die sensorische Prüfung: Beim täglichen „Cupping“ im Probenzimmer werden Kaffees geröstet, verkostet und bewertet. Mit geschultem Geschmackssinn erkennt Jörg feine Unterschiede und prüft, ob ein Kaffee hält, was er verspricht. „Jede Herkunft, jede Ernte und jede Rezeptur bringt neue Nuancen. Genau das macht Kaffee so spannend“, erklärt er. Diese Vielfalt zu verstehen und in ein verlässliches Geschmackserlebnis zu übersetzen, macht für ihn den besonderen Reiz seiner Arbeit aus.
Jede Herkunft, jede Ernte und jede Rezeptur bringt neue Nuancen. Genau das macht Kaffee so spannend.
Jörg Lehmann, Leiter Rohkaffeeeinkauf und Rohkaffeelogistik bei Melitta Europa Kaffee
Rohkaffee im Blick: Schon vor der Röstung zeigt sich, welche Qualität in der Bohne steckt.
Beim täglichen „Cupping“ wird jede Probe genau geprüft – so zeigen sich feinste Unterschiede.
Sveas Leidenschaft für verantwortungsvollen Kaffee
Nachhaltigkeit spielt für Svea Behnke im Kaffeegeschäft eine zentrale Rolle. Als Nachhaltigkeitsmanagerin koordiniert sie Themen von Berichterstattung über Regulatorik bis hin zu Community-Projekten in den Ursprungsländern.
„Wir beschäftigen uns mit den Anbaurealitäten“, erklärt Svea. „Wie geht es den Menschen vor Ort – und wie können wir dazu beitragen, dass sie langfristig gut vom Kaffeeanbau leben können?“ Dabei geht es um Verantwortung für Mensch und Umwelt ebenso wie um neue gesetzliche Anforderungen, etwa die EU-Entwaldungsverordnung. Diese fordert transparente Lieferketten und den Nachweis, dass Kaffee entwaldungsfrei erzeugt wurde. Mit Community-Projekten unterstützt die Melitta Gruppe die Menschen in den Anbaugebieten unter anderem dabei, diese Anforderungen zu erfüllen.
Seit 2014 hat die Melitta Gruppe mehr als 30 Community Projekte umgesetzt. Neben nicht produktbezogenen Initiativen fördern die Kaffee-Sondereditionen „Selection des Jahres“ und „Kaffee des Jahres“ Projekte im Ursprungsland des Kaffees. 2026 unterstützt die Melitta Gruppe gemeinsam mit der Kinderrechtsorganisation Plan International Projekte zur Stärkung von Ernährungssicherheit, Bildung und Chancengleichheit in Äthiopien und Honduras.
Svea Behnke bringt Verantwortung für Mensch und Umwelt in den Kaffeealltag.
Die Community-Projekte ermöglichen es mir, mich direkt mit der Frage zu beschäftigen, wie es den Menschen in den Anbauregionen geht und wie sie langfristig gut vom Kaffeeanbau leben können – das macht meinen Job so besonders.
Svea Behnke, Nachhaltigkeitsmanagerin bei Melitta Europa Kaffee
Seit 2014 hat die Melitta Gruppe über 30 CommunityProjekte umgesetzt – für bessere Perspektiven in den Anbauländern.
Alfred und die Kunst des Röstens
Einer, der den Charakter jeder Bohne mit viel Erfahrung herausarbeitet, ist der Manufaktur-Röstmeister Alfred Liere. Seine Verbindung zum Kaffee reicht weit zurück: Seit sein Vater vor rund 50 Jahren eine Kaffeeplantage kaufte, begleitet ihn das Getränk und seine vielfältige Aromawelt. „Ich habe schon immer mit Kaffee zu tun gehabt. Dass ich heute Kaffee aus Guatemala, meinem Land, selbst rösten darf, macht mich besonders stolz“, erklärt er.
Bevor die Bohnen in den Röster kommen, prüft Alfred jeden Rohkaffee sorgfältig – optisch und sensorisch. Anschließend entwickelt er für jede Sorte ein individuelles Röstprofil. Im traditionellen Langzeit-Trommelröstverfahren röstet er die Bohnen bei 200 bis 220 Grad Celsius bis zu 20 Minuten. Dabei passt er Temperatur, Luftzufuhr und die Bewegung der Bohnen immer wieder neu an.
Jede Kaffeesorte stellt ihn vor eine neue Aufgabe. Mit langjähriger Erfahrung und dem richtigen Gespür entscheidet Alfred, wie sich ihre Aromen am besten entfalten – echte Handwerkskunst, die den Charakter jedes Kaffees hervorhebt. „Wenn Kaffee sorgfältig aufbereitet wird, wenn man hört, wie die Bohnen knacken, sieht, wie sie sich entfalten, und schließlich ihr Aroma schmeckt – genau dann entsteht für mich guter Kaffee“, beschreibt er.
Ich habe schon immer mit Kaffee zu tun gehabt. Dass ich heute Kaffee aus Guatemala, meinem Land, selbst rösten darf, macht mich besonders stolz.
Alfred Liere, Röstmeister der Melitta® Manufaktur
Am Trommelröster zählt jedes Detail: Temperatur, Luftzufuhr und Bewegung der Bohnen.
In der Manufaktur wartet der Rohkaffee sortenrein auf seinen Weg in den Röster.
Kleine Bohne, großes Wissen
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Doppio
Zwei Menschen, zwei Perspektiven, ein Anspruch: Katja Möller und Jero Bentz sprechen im Doppelinterview über ihre Pläne für die Melitta Gruppe.